Entgeltgleichheit prüfen mit eg-check.de

Bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit muss Frauen und Männern das gleiche Entgelt gezahlt werden. Ist dieses Rechtsprinzip in Deutschland eingelöst? Zweifel sind angebracht, denn vielfach wird angenommen, dass schon „alles im grünen Bereich“ sei, wenn gleiche Arbeit gleich entlohnt wird und Entgeltregelungen nicht mehr nach Geschlecht unterscheiden. Dies ist jedoch ein Missverständnis.

Schon aufgrund der statistischen Zahlen zum Einkommen von erwerbstätigen Frauen und Männern lässt sich vermuten, dass Frauen im Erwerbsleben – entweder bei der Beschäftigung oder direkt beim Entgelt – diskriminiert werden. Dieser Vermutung ist genauer nachzugehen - darin besteht ein breiter politischer Konsens, auch bei den Regierungsparteien.

Daher sollten sowohl die tariflichen, betrieblichen und gesetzlichen Entgeltregelungen als auch die betriebliche Entgeltpraxis daraufhin überprüft werden, ob sie diskriminierungsfrei sind. Zu diesem Zweck haben die beiden Expertinnen für Entgelt- und Gleichstellungspolitik Dr. Karin Tondorf und Dr. Andrea Jochmann-Döll im Jahr 2010 mit finanzieller Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung den Entgeltgleichheits-Check „eg-check.de“ entwickelt und im Jahr 2014, gemeinsam mit Ass. Gisela Ludewig, auf der Basis gesammelter Erfahrungen aktualisiert. Es handelt sich um einen „Handwerkskasten“ mit verschiedenen Instrumenten, mit denen wichtige Entgeltbestandteile – wie Grundgehalt, Stufensteigerungen, Leistungsvergütungen oder Erschwerniszuschläge – auf Basis der geltenden Rechtslage einzeln auf etwaige Diskriminierungspotentiale geprüft werden können. So wird es möglich, Benachteiligungen von Frauen (oder Männern) aufzudecken und ihre Ursachen zu beseitigen.