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Überstundenvergütungen

Zusätzlich geleistete Arbeitsstunden, die über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus gehen, werden in vielen Untenehmen auch zusätzlich vergütet. Zumeist wird dabei unterschieden zwischen Überstunden, die über die reguläre Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten hinaus geleistet werden, und Mehrarbeit, die Teilzeitbeschäftigte über ihre individuell vereinbarte Arbeitszeit hinaus bis zur regulären Arbeitszeit leisten. eg-check.de verwendet für beide Formen den Sammelbegriff Überstundenvergütung. Diese kann sich zusammensetzen aus der Grundvergütung für die zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden sowie Zeitzuschlägen, die darüber hinaus gezahlt werden.

Hinweis zur Rechtslage
Es ist rechtlich strittig, ob Teilzeitbeschäftigte bereits einen Anspruch auf Zuschläge haben, sobald ihre individuell vereinbarte Arbeitszeit überschritten wird: Nach herrschender Rechtsauffassung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und des Bundesarbeitsgerichts (BAG) ist es zulässig, Teilzeitbeschäftigten erst bei Überschreiten der Voll-Arbeitszeit Überstundenzuschläge zu zahlen. Dies wird damit begründet, dass erst überlange Arbeitszeiten gesundheitlich belastend seien und einen Zuschlag rechtfertigten.

Nach Ansicht von Kritikern greift diese Argumentation jedoch zu kurz, da jede Stunde, die Teilzeitbeschäftigte über ihre vereinbarte Arbeitszeit leisten, eine Einschränkung ihrer Dispositionsfreiheit darstellt. Viele Teilzeitbeschäftigte haben ja gerade eine verkürzte Arbeitszeit gewählt, um etwa Familienaufgaben erledigen zu können. Begründet wird diese Rechtsposition mit dem Gleichheitsgebot des § 4 Abs. 1 des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge, wonach Teilzeitbeschäftigte nicht gegenüber Vollzeitbeschäftigten beim Entgelt benachteiligt werden dürfen.

Prüffrage
Das Gesetz schreibt vor: Frauen und Männer mit gleichen oder gleichwertigen Tätigkeiten müssen für die gleiche Anzahl von zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden auch die gleiche Vergütung erhalten. Ist dies in Ihrem Unternehmen der Fall?

Anzeichen für eine Entgeltdiskriminierung:

  • Mehrarbeitsstunden (von Teilzeitbeschäftigten) werden erst ab einer bestimmten Stundenanzahl vergütet.
  • Mehrarbeit von Teilzeitbeschäftigten wird zu einem geringeren Stundensatz vergütet als die von Vollzeitbeschäftigten.
  • Für weiblich dominierte Tätigkeitsbereiche werden geringere Überstundenzuschläge gezahlt als für männlich dominierte.
  • Bis zur regulären Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten werden Teilzeitbeschäftigten keine Überstundenzuschläge gezahlt (siehe Hinweis zur Rechtslage).

Prüfinstrumente auswählen
Eine Benachteiligung bei der Überstundenvergütung ist häufig auf entsprechende Entgeltregelungen zurückzuführen. Daher kann der Einstieg in die Prüfung mit dem Regelungs-Check sinnvoll sein. Statistiken bieten sich an, wenn Sie zunächst einen Überblick über die Überstundenvergütung, insbesondere im Vergleich von Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten gewinnen möchten. Ergeben sich Hinweise auf eine Ungleichbehandlung, dient der Paarvergleich der genaueren Analyse von Einzelfällen.

Daten aus ihrem Unternehmen können Sie mit Hilfe von Excel-Musterbögen für Statistiken, Paarvergleiche und Regelungs-Check überprüfen. Bei den Regelungs-Checks ergibt sich die Auswertung aus den kurzen erläuternden Texten im Fragebogen selbst. Beim Ausfüllen und Auswerten der Statistik- und Paarvergleichstabellen helfen die Anwendungsbeispiele.

Musterbögen für Überstundenvergütung herunterladen (zip)

 

Anwendungsbeispiele für