Statistik zur Überstundenvergütung

Wenn Sie die Überstundenvergütung auf Diskriminierung mittels einer Statistik überprüfen möchten, benötigen Sie folgende Daten der Beschäftigten mit zusätzlichen Arbeitsstunden in Ihrem Unternehmen/einer Abteilung:

  • Entgeltgruppe
  • individuell vereinbarte Arbeitszeit
  • tatsächlich geleistete Arbeitsstunden im Referenzzeitraum (Woche), gegliedert nach „innerhalb“ und „über“ die reguläre Voll-Arbeitszeit hinaus geleisteten Stunden
  • Vergütung insgesamt für die „innerhalb“ und „über“ die reguläre Arbeitszeit hinaus geleisteten Arbeitsstunden 
  • zum Vergleich: Vergütung für eine reguläre Arbeitstunde eines Vollzeitbeschäftigten der Entgeltgruppe
  • Vergütung für eine Überstunde eines Vollzeitbeschäftigten (inkl. Zuschlag) der Entgeltgruppe 

Anwendungsbeispiel

In einem Unternehmen gilt die Regelung, dass die ersten 2 zusätzlichen Arbeitsstunden je Woche nicht als Mehrarbeit gelten und daher nicht vergütet werden. Die Regelung differenziert nicht nach Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten. Für Überstunden, die über die reguläre Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten (hier: 39 Stunden) hinaus geleistet werden, wird neben der Grundvergütung ein Zeitzuschlag von 30% gezahlt.

Die Statistik zeigt, wie die zusätzlichen Arbeitsstunden von zwei Teilzeitbeschäftigten vergütet werden, die der gleichen Entgeltgruppe V angehören. Das Monatsgrundentgelt dieser Entgeltgruppe beträgt 1.989 €, dies entspricht einem Stundensatz von 12,04 €. Dies ist auch der Stundensatz, den ein vollzeitbeschäftigter Kollege erhält. Für jede nach der Regelung zu honorierende zusätzliche Stunde wird eine Grundvergütung von 12,04 € gezahlt. Für jede Arbeitsstunde, die über die reguläre Arbeitszeit von 39 Stunden hinausgeht, wird ein Zuschlag von 30% = 3,61 € gezahlt.

Nach der Statistik

  • hat die erste weibliche Teilzeitbeschäftigte in der Referenzwoche 2 Stunden zusätzlich gearbeitet = insgesamt also 17 Stunden. Diese 2 Stunden werden nach der Regelung nicht vergütet. Es werden nur 15 Stunden bezahlt, dies entspricht 180,60 € (15 x 12,04 €). Im Vergleich dazu wurden dem männlichen Vollzeitbeschäftigten alle 17 Stunden, die er im Rahmen seiner Vollzeittätigkeit geleistet hat, mit 12,04 € bezahlt. Umgerechnet auf den Stundensatz erhielt die Teilzeitbeschäftigten für die 17 Stunden einen geringeren Stundensatz als der Mann, nämlich 10,62 € vergütet (180,60 € : 17). Wäre sie gleich behandelt worden wie der Vollzeitbeschäftigte, hätte sie für alle 17 Stunden einen Stundensatz von 12,04 erhalten müssen, nämlich 204,68 €;

  • hat die zweite Teilzeitbeschäftigte 5 Stunden mehr gearbeitet, davon werden nur 3 bezahlt. Für 23 Stunden beträgt die Vergütung 276,92 € (12,04 x 23). Umgerechnet auf den Stundensatz werden für 25 Stunden 11,08 € gezahlt - im Vergleich dazu der Vollzeitbeschäftigte: 12,04 €. Wären ihr alle 25 Stunden mit 12,04 € vergütet worden – wie dem vollzeitbeschäftigten Mann – hätte sie 301 € erhalten.