Statistiken für Erschwerniszuschläge

Wenn Sie die Erschwerniszuschläge mittels einer Statistik auf Diskriminierung hin überprüfen möchten, benötigen Sie folgende Daten aus Ihrem Unternehmen/einer Abteilung:

  • Zahl der Gesamtbeschäftigten, untergliedert nach Geschlecht
  • Anzahl der gezahlten Erschwerniszuschläge an Frauen und Männer im Referenzzeitraum
  • durchschnittliche Höhe der gezahlten Erschwerniszuschläge

Weitere Untergliederungen nach Unternehmensbereichen (z.B. Produktion und Verwaltung), Entgeltgruppen oder Teil- und Vollzeitbeschäftigten können zusätzliche Hinweise auf eine mögliche Ungleichbehandlung erbringen.

Anwendungsbeispiel

In einem Unternehmen werden bei Vorliegen von besonderen Erschwernissen Zuschläge gezahlt.

Die Statistik bietet drei Anhaltspunkte, die eine Überprüfung der Zahlung von Erschwerniszuschlägen erforderlich machen:

  • In der Produktion (Bereich 1) erhalten 1/3 der dort beschäftigten Frauen (20), aber 57% der beschäftigten Männer (240) einen Erschwerniszuschlag. Dies könnte nur dadurch gerechtfertigt sein, dass in diesem Tätigkeitsbereich tatsächlich unterschiedliche Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Erschwernissen vorliegen.

  • Die Erschwerniszuschläge, die an Männer ausbezahlt werden, sind um 50 € höher als die Zuschläge, die an Frauen gezahlt werden. Dies kann nur dadurch begründet sein, dass die Erschwernisse unterschiedlich hoch sind. Würden für gleich hohe Erschwernisse unterschiedlich hohe Zuschläge gezahlt, wäre dies eine ungleiche Vergütung gleicher Erschwernisse, die sich nachteilig für die weiblichen Beschäftigten auswirkt.

  • In der Verwaltung (Bereich 2) werden keine Erschwerniszuschläge gezahlt. Es müsste deshalb überprüft werden, ob es dort tatsächlich keine Arbeitsplätze mit besonderen Erschwernissen gibt. Solche besonderen Erschwernisse könnten z.B. im Bereich der Verwaltung an Arbeitsplätzen in der Kantine (Köche/Köchinnen, Küchenhilfskräfte, Thekenpersonal) oder bei Reinigungskräften vorliegen. Es könnte auch sein, dass die psychischen Belastungen in indirekten Unternehmensbereichen, z.B. durch hohen Zeit- oder Erfolgsdruck, oder durch andere besonders belastende Stressfaktoren im Bereich der Kundenbetreuung oder des telefonischen Kundenservice, nicht berücksichtigt wurden.

Weitere Anhaltspunkte könnten sich ergeben, wenn die Statistik in einem weiteren Schritt die Zahlung von Erschwerniszuschlägen nach Entgeltgruppen differenziert ausweist bzw. auch zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten unterscheidet.